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Grimmiges Märchen
Der Kaspar, der war kerngesund
recht wohlgenährt, ja kugelrund.
Er hatte Backen rot und frisch,
die Suppe aß er brav bei Tisch.
Doch eines Tages fiel ihm ein:
Ich esse keine Suppe, nein!
Kaspar floh vor Suppen aller Art,
machte sich auf den Weg, sah sich um.
Doch je mehr er sich umsah,
umso mehr verhärtete sich die Vorstellung,
daß da nichts zu sehen war.
Auf der Suche nach frischer geistiger Nahrung,
stolperte er häufig über alte Wurzeln,
brach sich das ein- oder andere Bein.
Doch war er finster entschlossen,
nie mehr zum Eintopf zurückzukehren.
Zeitweilig begleiteten ihn gute Freunde,
manchmal folgten ihm Scharen von Anhängern,
welche sich aber bei nächstbester Gelegenheit,
in Schildkröten verwandelten.
Auf der ständigen Jagd,
nach der Rückseite der Vorderseite
und der Vorderseite der Rückseite,
nahm Kaspar zwar viel zu sich,
doch wurde er seltsamerweise immer dünner.
Im dritten Jahr, oh weh, oh ach,
wie war der Kaspar dünn und schwach.
Doch als die Suppe kam herein,
fing er gleich wieder an zu schrein:
Ich esse keine Suppe, nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess ich nicht!
Da kam der große, große Löffel und sprach:
Wirst du deine Suppe wohl essen du Taugenichts!
Macht doch nichts so fett wie Suppe,
flüsterten die Wanzen, die an der Decke hingen.
Vollkommen lebensunfähig, bestätigten alle Doktoren,
die nur irgendwie für eine gute Sache aufzubringen waren.
Flügel stutzen, gackerten die Hühner in der Batterie.
Im vierten Jahre endlich gar,
der Kaspar wie ein Fädchen war.
Er wog vielleicht ein halbes Lot,
und war im fünften Jahre tot.
Da fing man ihn zu loben an,
nun hat er allen recht getan.
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