Das Unfassbare begreifen

Gewalt und Missbrauch in christlichen Kreisen

Daniela Splettstößer-Pache

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Dieses Buch soll über Trauma und Gewalt, auch unter Christen, aufklären. Hilfe für Betroffene, Täter und Gemeinden werden aus christlicher Perspektive thematisiert. Auf Rituelle Gewalt und Dissoziative Identitäten wird besonders eingegangen.

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Kommentare zu "Das Unfassbare begreifen"

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  • 4 Sterne

    Marianne, 09.09.2019

    Immer wieder hört man von Missbrauch in christlichen Kreisen. Das scheint unmöglich zu sein, denn in Gemeinden und Kirchen erwartet man, dass die Menschen dort Jesus nachfolgen wollen. Leider kommt jedoch sowohl körperlicher als auch seelischer Missbrauch viel zu oft in christlichen Gruppen vor.

    Die Autorin dieses Ratgebers möchte Betroffenen und ihren Begleitern helfen. Sie hat selbst negative Erfahrungen mit geistlichem Missbrauch gemacht, doch sie hält trotzdem an dem Gott der Bibel fest.

    Komplexe Sachverhalte werden mit einfachen Worten erklärt. So erfährt der Leser, dass ein Trauma wie eine seelische Wunde ist. Manche Verletzungen werden vergessen, weil der Umgang damit zu schmerzhaft wäre. Bei besonders schmerzhaften Erfahrungen spaltet sich gar ein Teil der Persönlichkeit ab, was zu einer dissoziativen Identität führt, einer gespaltenen Persönlichkeit.

    Eine wichtige Ursache für Trauma ist rituelle Gewalt. Die Autorin hat einige Opfer dieser schrecklichen Form von Gewalt kennengelernt. Auch wenn die Autorin weiß, was diese Menschen durchmachen mussten, scheinen ihre Geschichten so unfassbar tragisch zu sein, dass nur bruchstückhaft davon erzählt wird.

    Neben der Aufklärung über Grundlagen und Formen und Folgen der Gewalt, liegt ein Schwerpunkt des Buchs auf Hilfen für Betroffene. Die Hilfen sind auch nützlich für Menschen, die mit betroffene Menschen arbeiten. Es geht dabei um Themen wie Umdenken, Ressourcen und Vergebung.

    Ein kurzes Kapitel wendet sich an Täter. Dabei ist besonders traurig, dass gerade bei der rituellen Gewalt Opfer zu Tätern gemacht werden. Abschließend wird aufgezeigt, wie eine heile Gemeinde aussehen sollte, und der Leser wird daran erinnert mit dem Unfassbaren zu rechnen, das sich vielleicht hinter den Kulissen einer heilen Gemeinde verbirgt.

    Dieses Buch enthält viele gute Gedanken und Anhaltspunkte für Menschen, die sich mit den Themen Glaube und Missbrauch auseinandersetzen. Es geht dabei nicht nur um sexuellen Missbrauch, auch geistlicher Missbrauch und fromme Manipulation spielen eine große Rolle.

    Psychologische Inhalte werden größtenteils laiengerecht erklärt. Viele Beispiele aus dem Alltag helfen dem Leser sich das Gesagte vorzustellen.

    Eine große Rolle spielt das Problem der rituellen Gewalt, die zu einer dissoziativen Identität führen kann. Die Autorin schreibt, „Ich habe dieses Buch mit der Motivation geschrieben, die Informationen, die mir gefehlt hatten, zur Verfügung zu stellen. Sie finden in dieser Lektüre das, was ich mir als Vorbereitung auf den Kontakt mit Überlebenden schlimmster Gewalt gewünscht hätte. Diese Zeilen sind von meiner Hoffnung begleitet, dass Sie besser vorbereitet sind, als ich es war, wenn Sie in die Abgründe menschlicher Gebundenheit und seelischer Qualen schauen.“

    Bei der Erklärung dieser Inhalte fällt es teilweise schwer der Autorin zu folgen. Da die Aufdeckung dieser Taten, die meistens im Rahmen von organisiertem Verbrechen stattfinden, gefährlich ist, scheint die Autorin nicht zu viel sagen zu wollen. Die Erklärungen sind vielleicht hilfreich für Betroffene, aber jemand der damit keine Erfahrung hat ist nach dem Lesen nicht viel klüger.

    Fazit: Dieser Ratgeber ist weniger hilfreich für Menschen, die erste Informationen über das Thema Kirche und Missbrauch suchen. Es richtet sich eher an Helfende und Betroffene, die mit dem Thema rituelle Gewalt konfrontiert sind. Die Erklärungen sind einfach und praktisch anwendbar, allerdings findet der Nichteingeweihte in diesem Buch nicht zu jedem Thema das nötige Hintergrundwissen.

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    janein
  • 2 Sterne

    Paulaso, 12.08.2019

    Nach der Lektüre dieses Buches bleibe ich leider etwas ratlos zurück. Zum einen befürchte ich, das die Autorin, welche ohnehin schon mutig agiert und durch die Veröffentlichung ihrer Studien bzw Erfahrungen und Mitteilungen von Opfern und Tätern ein guten Beitrag leisten könnte, diejenigen welche in den Gemeinden die Strippen ziehen, nicht erreichen wird.


    Das hierarchische System welches in den kirchlichen Organisationen herrscht, wird leider auch befeuert. Die Gemeinden sollen außerdem selbst Gericht halten, sofern ein Täter nicht vor einem weltlichen Gericht seine Taten gestehen will. Das halte ich für sehr gefährlich. Auch werden zum Schluss Bibelverse unkommentiert eingestreut, in denen z.Bsp. Homosexualität als sündhaft dargestellt wird.

    Die Idee das Trauma der Opfer sachlich darzustellen und somit weitere Taten zu verhindern verblasst aus meiner Sicht leider durch die verklärte Sicht- und Herangehensweise der Autorin.

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    janein

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