Dead Lions

Ein Fall für Jackson Lamb

Mick Herron

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"Die besten Krimis? Ein Brite übernimmt die Spitze: Mick Herron." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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  • 5 Sterne

    Sagota, 25.09.2019

    Aktuell ist der zweite Band der Agententhriller-Reihe des englischen Autors Mick Herron erschienen; "Dead Lions" (UT in der deutschen Übersetzung) 'Ein Fall für Jackson Lamb') erschien (HC, gebunden) im Diogenes-Verlag, 2019.

    Dieser "Fall", in dem es um Schläfer aus Zeiten des Kalten Krieges in Großbritannien geht und um einen russischen Ölmagnaten, der ein Treffen mit Spider Webb, seinerzeit Kollege von River Cartwright beim MI5 (Secret Service) anberaumt und zwei seiner russischen "Gorillas" vorschickt, um die Lage zu erkunden: Das Treffen soll in "The Needle" stattfinden, ein stattliches imposantes Hochhaus im Zentrum von London....
    Um die Lage seinerseits auszukundschaften, beauftragt Spider Webb zwei Mitarbeiter des "Slough House", Louisa Gay und Min Harper, die Machenschaften von Piotr und Kyril genau zu beobachten.

    Jackson Lamb, dem Chef der Abservierten, erscheint es merkwürdig, dass ein ehemaliger Wegbegleiter von ihm, Dickie Bow , der wie er damals kurz vor dem Mauerfall in Berlin eingesetzt, durch einen Schlaganfall in einem Bus zu Tode kam: Wurde da nachgeholfen, wenn auch alles wie ein unspektakulärer Tod aussah? Es wird bereits zu Beginn ersichtlich, dass hier keiner dem anderen traut, manch einer sich eine weitere Karrierestufe hochangeln möchte (Spider Webb) und andere ihren Buckel hinhalten sollten, falls etwas schiefgeht: Am besten eignen sich hier natürlich die Mitarbeiter im Slough House, dem abseits gelegenen heruntergekommenen Stützpunkt der lahmen Gäule, die sich um ihren Chef Jackson Lamb scharen:

    Wie im ersten Band in deutscher Übersetzung lernt der Leser die Agenten im Slough House kennen; allen voran Jackson Lamb, der selbst so heruntergekommen und recht fettleibig aussieht wie das Haus, dessen Verstand jedoch jedem Vergleich zu den Kollegen im Regent's Park standhält (auch den von Diana Tearner, die noch etwas gutzumachen hat bei ihm) und manche gar überflügelt. Die altbekannte Truppe, bereits im ersten Band vorgestellt, wie River Cartwright, Louis Guy und Min Harper, Catherine Standish wie auch der Computerexperte Roderick Ho erscheinen allesamt wieder auf der Agenten-Bildfläche; wobei Marcus Longridge und Shirley Dander als neue "Slow Horses" dazugekommen sind. Sie alle haben es auf die eine oder andere Weise "vermasselt" und wollen gerne wieder zurück in den Regent's Park - allein bei Jackson Lamb bin ich mir da nicht sicher; gibt ihm die Außenstelle der lahmen Gäule auch mehr Spielraum als zuvor, was seinen teils unkonventionellen Ermittlungsmethoden durchaus zugute kommt.

    So glaubt er auch nicht an den natürlichen Tod des früheren Agenten - und er und seine Mitarbeiter heften sich auf diverse Fährten Verdächtiger; Cartwright begibt sich undercover in die Cotswolds und erkennt, dass in dem beschaulichen Dorf Upshott nicht alles so ist, wie es scheint; Min und Louisa beschatten die 'Gorillas' und besonders Louisa soll später ein persönliches Interesse daran finden, den russischen Ölmagnaten Arkadi Paschkin sehr genau unter ihre Lupe zu nehmen, als es zu dem geplanten Treffen - und dem Showdown im 2. Teil des Agententhrillers, der wie gewohnt von Beginn an spannend und stimmig zu lesen ist, kommt: Die vorhandene Spannung nimmt noch einmal kräftig an Fahrt auf und neben den markigen Sprüchen des Autors (die für mich diese Agententhriller zum wahren Lesegenuss machen) fehlt es auch nicht an gesellschaftskritischen Seitenhieben, die Mick Herron in das Doppelspiel unserer Agenten einbezieht.

    Auch ein Schmunzeln ist immer wieder unumgänglich, etwa wenn der Autor konstatiert, dass Roderick Ho (ein Genie im IT-Bereich, jedoch ohne jeglichen sozialen Kompetenzen) "lieber im Internet tiefgetaucht wäre, als die Treppen bis zum 77. Stockwerk des abgeriegelten "The Needle" nehmen zu müssen" ..... Solche schwarzhumorigen Anmerkungen finden sich immer wieder; die Inhalte dieses wiederum unglaublich spannenden, mit durchaus sympathischen Agenten im Slough House personalisierten Krimis sollte man sich selbst erlesen. Um nicht zu spoilern, gehe ich daher nicht weiter auf den Verlauf der Handlung ein, um geneigten LeserInnen (von denen es hoffentlich nur so wimmelt!) keine Pointen vorwegzunehmen.

    An diesem "Fall für Jackson Lamb" gefiel mir besonders die Tatsache, dass Mick Herron zu Beginn eine Katze die Räume des Slough House besuchen lässt und den Leser zu den einzelnen Agenten mitnimmt (falls Band 1 noch unbekannt) und am Ende eine Maus durch die Räume trippelt - um am Ende im Büro des Chefs, Jackson Lamb, anzukommen: Dazwischen verbirgt sich ein hochspannendes Doppelspiel der Agenten, das mit Zeiten des Kalten Krieges, dem Mauerfall 1989 und dem britischen Geheimdienst MI5 (nebst seinen "Abservierten" lahmen Gäulen, die jedoch zu Topform auflaufen können, hinter der sich jeder Mitarbeiter im 'Regent's Park' nur verstecken kann) zu tun hat. Hauptsächlich geht es hier um tote Löwen - eben Dead Lions - und ihrem Wiedererwachen:

    "Wenn Löwen gähnen, heißt das nicht, dass sie müde sind. Es heißt, dass sie aufwachen." (Zitat S. 58)

    Ich für meinen Teil freue mich bereits auf den Folgeband und spreche hiermit eine absolute Leseempfehlung aus - verbunden mit 4,5 Sternen und 96° auf der "Krimi-Couch". In sprachlicher wie auch inhaltlicher Hinsicht ein absoluter Lesegenuss und eine hochspannende wie auch mit schwarzem Humor versehene Lektüre, zu der ich nur viel Lesespaß wünschen kann!

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    janein
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