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Der Club

 
 
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Hans Stichler stammt aus einfachen Verhältnissen. Als ihm seine einzige Verwandte ein Stipendium für die Universität in Cambridge vermittelt und er als Gegenleistung dort ein Verbrechen aufklären soll, weiß er noch nicht, worauf er...
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Kommentar zu "Der Club"
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  • 3 Sterne

    5 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Wolfram Janzen, 22.12.2019 bei Weltbild bewertet

    Takis Würger, Der Club – ein ungewöhnliches, aber nicht perfektes Buch

    Als Literaturinteressierter habe ich den Wirbel um den Roman, der bei seinem Erscheinen gemacht wurde, zur Kenntnis genommen. Die Hype hat mich eher skeptisch als neugierig gemacht, und so habe ich mir das Buch nicht beschafft. Vor kurzem habe ich aber ein Interview gelesen, dass Takis Würger mit einem Krimibestsellerautor geführt hat. Würger setzt sich darin – sehr verhalten – von der Art ab, wie dieser seine Krimis schreibt. Das war für mich der Anlass, der Frage nachzugehen, wie Würger selbst schreibt. Manche Rezensenten haben dem „Club“ ja attestiert, er sei eine Art „Kriminalroman“. Da ich selbst eine „Art Kriminalroman“ geschrieben habe (bei Weltbild erhältlich), interessiert mich die Frage, wie gehen andere mit dem Genre um. Ich habe mir also das Buch vorgenommen, um zu prüfen, was bleibt an dem Buch - einige Jahre nach dem Erscheinen des vielgelobten und – verkauften Werkes. (Die gebundene Ausgabe mit dem ursprünglichen Cover ist preiswert bei Weltbild zu beziehen. Die „Mängel“ haben mich nicht gestört!)

    Erster Eindruck

    Zunächst einmal: Das Buch liest sich flüssig, die schnörkellose Schreibweise des Autors ist ungewöhnlich und reizvoll, es gibt kaum Überflüssiges im Fortgang der Handlung. (Eine Schreibweise, die nicht jedem Autor und Leser liegen muss, die aber ihr Recht hat!) Der Spannungsbogen wird bis zuletzt durchgehalten. Es ist raffiniert, wie der Autor schrittweise verbirgt und enthüllt, auf welches Verbrechen der Hauptprotagonist „Hans“ angesetzt wird und wer die „Bösen“ sind. Die Methode, das Geschehen aus der Perspektive der Akteure zu beschreiben, ist interessant, obwohl ich erst Schwierigkeiten hatte, mich durch die Personen und ihre Rollen hindurch zu finden.
    Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Spiegel-Reporter Würger schreibt eine „Enthüllungsgeschichte“ über die Dekadenz und Arroganz der in Cambridge-Clubs versammelten zukünftigen englischen „Elite“. Das wäre aber zu kurz gegriffen. Der Autor reißt Themen an, die von allgemeiner Relevanz sind: das urmenschliche Bedürfnis nach Freundschaft und „Zugehörigkeit“, das Streben nach Macht und ihr Missbrauch, die Frage nach Ehrlichkeit und Wahrheit im Verhalten, die Schuldverwicklung, in die auch gutwillige Menschen geraten können, die sexuelle Gier von Männern und die Bereitschaft von Frauen, sich auszuliefern…Berührt hat mich auch die empathische Schilderung der persönlichkeitszerstörenden Folgen sexuellen Missbrauchs. Die Personen gewinnen durch charakteristische Sprech- und Gedankenweise Gestalt, sie sind nicht schwarz-weiß gezeichnet, auch die „Bösen“ tragen sympathische Züge. Am Ende bleibt manches offen und letztlich ist dem Leser überlassen, das Verhalten der Akteure zu beurteilen.

    Moderne Gestaltung – mit traditionellem Hintergrund

    Trotz der ungewöhnlichen Gestaltung ist der Roman einem traditionellen Vorbild verhaftet. Ein naiver „Held“ wird aus ländlicher und familiärer Abgeschiedenheit „herausgerufen“ und bricht auf, um Abenteuer und Bewährungsproben in der Fremde zu bestehen. Er verstrickt sich in Fragen und Schuld, aber wenn es ihm gelingt, die Knoten zu entwirren, findet er zu sich selbst und seinem (Liebes-) Glück. „Märchenhelden“ und „Parzival“ lassen grüßen! Dieser Aufriss liegt vielen Romanen, auch modernen, zugrunde - warum auch nicht? – es ist eine Frage der Gestaltung, ob die „Neuauflage“ überzeugt.
    Ist also „Der Club“ ein gelungener und lesenswerter Roman, auch ohne die massive und geschickte Vermarktungsstrategie von Verlag und Autor, die Lobeshymnen unterstützungswilliger Kollegen und Rezensenten? Bei näherer Analyse kommen mir Zweifel.

    Reizvolle Gestaltungstechniken – nicht immer gelungen / Existentielle Themen – nicht immer überzeugend behandelt

    Die konzise, fast „märchenhafte“ Schreibweise am Anfang des Romans löst sich im Verlaufe der Selbstdarstellung der Akteure auf und wird streckenweise banal und geschwätzig. Die gewollte Umgangs- und Milieusprache wirkt dann aufgesetzt. Das ist der Nachteil der Methode, die Personen nicht zu schildern, sondern sie selbst sprechen zu lassen. Hauptpersonen wie Hans, Alex, Charlotte und Angus werden glaubhaft gezeichnet, Nebenpersonen wie der Chinese wirken klischeehaft. Auch die Methode der Andeutungen und des Verschleierns ist zunächst reizvoll – man rät ja gerne, worauf die Geschichte hinausläuft – aber auf die Dauer nutzt sich das ab. Man ist verstimmt, wenn einem diese Technik der Spannungsförderung immer wieder zugemutet wird.
    Der Autor hat sich wenig Raum für seinen „Roman“ gelassen, es handelt sich eher um eine „Novelle“ als um einen Roman. Das kann ein Vorteil sein, wenn man die gattungsspezifischen Eigenarten beachtet. Dem Duktus der Darstellungsweise des Autors entspricht es, dass er die Themen in das Erleben und die Handlungsweise seiner Akteure einpackt und sie nur wenig darüber reflektieren lässt, oft in knappen Aphorismen. Manche sind interessant, manche platt und undifferenziert. So etwa der kurze Abschnitt, in dem Hans kundgibt, was er über den Menschen in Cambridge „gelernt“ habe – mit dem Schluss, dass der Mensch im „Kern“ ein „Raubtier“ sei. Das ist – wie so manches andere - „trivialromanmäßig“! Oder was soll man von der aphoristischen Aussage halten, die der Autor Billys Mutter in den Mund legt auf die Frage „Was ist Wahrheit?“: „Die Wahrheit…sind die Geschichten, die wir uns so lange erzählen, bis wir glauben, sie wären Wirklichkeit“? Auf den ersten Blick besticht diese Aussage. Aber bei näherer Prüfung ist das doch eine unzureichende und sehr fragwürdige Antwort auf die „Pilatusfrage“ (Joh. 18,38). Wenn es mit der Wahrheit so wäre, dann könnte sich jeder Wirrkopf, jeder Fanatiker, jeder Fake-Nachrichten-Produzierer, jeder Geschichts- und Realitätsleugner als wahrheitsliebenden Menschen betrachten. Es ist unklar, welchen Stellenwert diese Aussage im Roman hat. Sollte sie als Schlüsselsatz für den Roman gemeint sein – was zu vermuten ist – dann wäre das konträr zu Erzählabsichten des Autors. Die Vergewaltiger hätten dann mit ihrer Sichtweise recht, das Leiden der Opfer wäre subjektive Empfindung, die Wahrheitssuche von Hans könnte nur Vermutungen erbringen. Es ist aber erkennbar, dass der Autor das so nicht meint, sein Mitgefühl für die Opfer ist deutlich. Das kann man dem Autor zugute halten, aber dadurch entsteht ein erzählerischer Widerspruch – oder dieses Wahrheitsverständnis wurde gestalterisch nicht konsequent umgesetzt. Wie dem auch sei, es bleibt eine inhaltliche und gestalterische Unklarheit bei einer zentralen Frage des Romans. Es fehlt eine tiefer gehende Durchdringung des Themas. Diese Schwäche wird auch nicht durch den Einwand behoben, dann sei es eben Angelegenheit des Lesers, die Frage nach der Wahrheit zu beantworten.
    Verglichen mit wirklich „großer“ Literatur werden Themen wie die Verstrickung in Schuld, die Versuchung der Macht und Gier, die Abgründe im Menschen, seine Zwiespältigkeit, die Frage nach der „Wahrheit“, zwar aufgenommen, bleiben aber - meiner Sicht nach – an der Oberfläche stecken; mit einer Ausnahme: die erschütternden Auswirkungen sexuellen Missbrauches. Eine überzeugende und packende Schilderung der „condition humaine“ oder eine tiefer gehende gesellschaftliche Analyse der englischen „High society“ bietet der Roman nicht, dazu ist er zu eng fokussiert. Ich habe den Eindruck, dass sich Takis Würger mit der Vielfalt der Themen, die er anreißt, zu viel vorgenommen hat.
    Die Perspektiven auf das menschliche Leben sind einseitig. Alex und Charlotte geht es um Rache, andere der Akteure sind von Ehrgeiz, Machtwillen und Gier getrieben. Der Autor deutet eine alternative Perspektive an: die der Liebe und des Verzeihens, lässt sie aber schnell fallen. Dass Schuld auch bearbeitet und integriert werden kann, kommt nicht in Sicht. Man fragt sich, gibt es in Cambridge nur rachsüchtige Professorinnen und fachverhaftete Wissenschaftler, nicht auch verständnisvolle Berater und Begleiter der Studenten, die sie aus Irrwegen herausführen könnten? Takis Würger schildert – im Gegensatz zu anderen Krimiautoren – grausame, gewalttätige und sexuelle Szenen eher verhalten. Dennoch - und trotz des „Happy Ends“ von Hans und Charlotte - ist „Der Club“ eine düstere, entsetzliche Geschichte. Diese Stimmung teilt sich dem Leser mit. Wer sich dem nicht aussetzen will, sollte nicht nach dem Buch greifen.

    Einen breiten Raum nehmen die Schilderungen von Boxkämpfen ein – Takis Würger hat selbst Boxerfahrungen. Sie sollen ohne Zweifel auch symbolhaft für den Kampf der „Außenseiter“ wie Hans oder Billy um Anerkennung sein – aber die Wirkung geht in der Beschreibung von Einzelheiten und Milieuschilderungen unter. Überhaupt werden für eine Novelle zu viele Symbole verwendet: neben dem Boxkampf die gestreifte Fliege und der Schmetterling als Clubzeichen. Zumindest beim Schmetterling bringt der Autor das Symbol um seine mögliche Entfaltung: es bleibt blass und wenig einsichtig.

    Fazit: interessantes Debütwerk – mit Schwächen

    Einen perfekten Roman gibt es nicht, zumal bei einem „Debütwerk“ wird man Schwächen konzedieren. Auf´s Gesamte gesehen hebt sich „Der Club“ über mittelmäßige Krimis, sentimentale Liebesromane, reißerische Enthüllungsgeschichten oder triviale Familiensagas – die den heutigen Belletristik-Buchmarkt weitgehend bestimmen - hinaus, er ist spannend zu lesen, trotz gestalterischer Schwächen mit Raffinesse geschrieben, nimmt existentielle Themen auf und lässt den Leser nachdenklich zurück. Mich hat der Roman durchaus beschäftigt - aber große Einsichten oder lebensbereichernde Impulse hat er mir nicht gebracht. Schließlich weiß man, dass die so genannten Eliten aller Gesellschaften nicht nur aus redlichen Menschen bestehen, die von uneigennützigen Motiven getrieben sind. Und das Versprechen, dass sich Hans am Ende der Geschichte gibt: „Ich werde nie wieder lügen“, ist wirklich ein bisschen „einfach“ für das Resultat einer Persönlichkeitsentwicklung.

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