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Die doppelten Jahre

Tagebuch einer Schülerin, Paris 1940 - 1944. Mit einem Vorwort von Daniel Cohn-Bendit
 
 
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"Jetzt ist es entschieden! (Und es ist kein Aprilscherz.) Ich schreibe ernsthaft Tagebuch, denn ich habe ja niemanden, dem ich mich anvertrauen kann. Und wenn Mama dieses Heft sieht, dann soll sie es eben sehen. Ich werde es übrigens mitnehmen, wenn...
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Kommentar zu "Die doppelten Jahre"
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  • 5 Sterne

    5 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    SabsLeseratte, 20.04.2020 bei Weltbild bewertet

    Das Tagebuch ist eine spannende, persönliche Entwicklungsgeschichte eines jungen Mädchens und zugleich ein Zeitzeugnis des Alltages während der deutschen Besatzung in Paris. Das Besondere ist die direkte, ungeschminkte Beschreibung wie Micheline das Kriegsgeschehen wahrnimmt und wie sie sich in dieser Zeit behauptet und sich persönlich entwickelt. Aus dem Französischen von Ursula Bös sehr gut ins Deutsche übertragen und versehen mit den wesentlichen Hinweisen auf die historischen Ereignisse, die Micheline im Tagebuch anspricht.
    Viele kleine Szenen zeigen, wie in dieser bleiernen Zeit die Menschen sich gegen die Besatzung wehrten. Z.B. die Lehrerin von Micheline, die in der Klasse ein Geschichtsbuch empfiehlt, ohne den Autor explizit zu nennen und doch wussten die Schüler Bescheid und kauften „Jules Isaac“, Eintrag 9.11.1940.
    Jacques Bonsergent wird von Micheline erwähnt. Er wurde festgenommen und erschossen, weil er ein Plakat der Deutschen abgerissen hat. Sie kommentiert am 28.12.1940, dass sie hätte zwanzig Mal erschossen werden können. Sie selbst hatte Plakate angefertigt und verteilt und öfters Papiere gefälscht.
    Das Tagebuch gibt uns tiefe Einblicke in die psychologische Seite einer jungen Frau. Micheline beschreibt, wie sie sich selbst sieht, ihr Wesen, „Ich habe die Seele einer Frau“, ihren Körper, wie sie wahrgenommen wird ‚Sie sind hübsch, Mademoiselle‘ und was dies bewirkt, z.B. am 25.1.1941
    Die Aufzeichnungen über die erste Liebe sind sehr emotional und authentisch, es handelt sich ja um ein Tagebuch. Sie spricht von Kurt Rehm, einen Deutschen, in den sie sich spontan verliebt (10. und 11.12.1942). Die psychologische Seite des Buches ist besonders hervorzuheben. Hier wird eine Entwicklungsgeschichte eines Teenagers beschrieben. Natürlich mischen sich bewusste und unbewusste Gefühle und vieles bleibt unausgesprochen. Das macht das Buch so spannend. Es geht um die Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter, schlechte Schulnoten, um Liebesschmerz und um die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit. Micheline durchlebt auch Phasen von tiefer Depression, deren Konsequenzen nur angedeutet werden. Sie schreibt: „Mein Tagebuch, nur vor Dir bin ich ich selbst und offen und ehrlich.“ Sie analysiert sich selbst und entwickelt ein kritisches Bewusstsein zu sich selbst und zu der sozialen Umgebung, siehe ihre Ausführungen am 13.12.1942.
    Das kulturelle Umfeld, wie es Micheline wahrnimmt – und sie liest sehr viel, schaut sich oft Filme im Kino an, besucht das Theater usw., alles, was in Paris geboten wird und was sie als Tochter aus einem „bürgerlichen Haus“ gerne annimmt – wird sehr ausführlich dargestellt und oft kommentiert. „Gestern im Théâtre de Paris „L’Avare“ gesehen. Chales Dullin spielte toll“, 4.4.1941. Auch diese Anmerkungen sind von Ursula Bös hinzugefügt und übersetzt – ‚Der Geizige, von Moliere‘, sodass wir verstehen können, welches Theaterstück Micheline gesehen hat.
    Der Alltag unter der Besatzung wird in zahlreichen Facetten geschildert. Sie zählt z.B. am 12.3.1941 auf, was sie in der Woche gegessen haben. Wir erfahren, wie es zu einer verschärften Sperrstunde nach einem Attentat der Résistance am 20.9.142 gekommen ist, wie respektlos und grausam sich die Deutschen verhalten und welche furcht einflößenden und schreckliche Szenen erzählt werden und sich damit einprägen (26.9.1942).
    Zur Wendung kommt es am 25.8.1944 als die Alliierten Panzer in der Champs-Elysées einfahren und die jungen Franzosen auf die Panzer geklettern und die Trikolore schwenken. Einen Tag später wird ein Mädchen von Heckenschützen in den Hals getroffen und stirbt. Diese Beschreibungen, was in Paris passierte, sind aus erster Hand erzählt und daher wertvolle Zeitzeugenberichte.
    Das Buch sollte in den Schulen gelesen werden. Der Mut und die Zivilcourage von Micheline haben ihr in ihrer Entwicklung geholfen. Durch ihre Aktionen hat sie ihre düsteren Tage überwunden und mit dazu beigetragen, dass Frankreich befreit wurde.
    Ein Vorbild für uns.
    In unserer Zeit sind engagierte und kritisch denkende junge Leute wichtig, um z. B. dem Rechtspopulismus entgegenzutreten.
    Das Buch ist ein einmaliges Dokument einer Zeitzeugin im besetzen Paris und ist sehr gut übersetzt. Es ist spannend und unterhaltsam, voll mit detaillierten Kriegsereignissen und psychologischen Erkenntnissen einer jungen Frau mit Mut, Selbstreflexion und Widersprüchen.
    Über 50 Fußnoten stellen den Kontext der Geschichte dar und helfen, das soziale, ökonomische und kulturelle Lebens in diesen Jahren zu verstehen. Die Übersetzung von Ursula Bös ist sehr gelungen und das Vorwort von Daniel Cohn – Bendit zeigt auf, in welchem Kontext das Buch von Micheline Bood erst 1974 erscheinen und die Aufmerksamkeit erzielen konnte und wie heute mit der Übersetzung ins Deutsche, dieses Buch auch eine Bereicherung ist, um den europäischen Gedanken insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich voranzubringen. Der Mut und die Zivilcourage von Micheline Bood werden hier ebenso als vorbildhaft gesehen.

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