Doggerland. Fehltritt

Kriminalroman

Maria Adolfsson

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Die Doggerland-Trilogie - die neueste Krimientdeckung aus Skandinavien

Es ist der Morgen nach dem großen Austernfest. Kommissarin Karen Eiken Hornby, Ende 40, wacht betrunken neben ihrem arroganten Chef in einem Hotelzimmer auf. Etwa zur...

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Kommentare zu "Doggerland. Fehltritt"

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Miss.mesmerized, 26.12.2018

    Nach dem großen Austernfest auf Doggerland kehrt die Kommissarin Karen Eiken Hornby verkatert nach Hause zurück. Sie sieht noch ihre Nachbarn Susanne aus der Ferne bevor sie in Tiefschlaf fällt aus dem sie brutal ein Anruf reißt: sie soll zum Tatort kommen, Susanne wurde ermordet. Nicht genug, dass die allein lebende Frau bestialisch hingerichtet wurde, sie ist auch noch die Ex von Karens Chef, der natürlich als einer der ersten unter Verdacht gerät. Doch er scheidet als Täter, aber nun ebenso als Ermittler aus, weshalb Karen die Verantwortung für die Aufklärung des Falls tragen muss. Keine leichte Last, denn es gibt quasi keinerlei Spuren, die zu einem Schuldigen führen könnten. Der Druck wächst auf Karen, ist sie der Aufgabe, der sie so lange entgegengesehnt hatte, doch nicht gewachsen?

    Dass Schweden reihenweise hervorragende Krimiautoren hervorbringt, ist nichts Neues. Dazu gehört sicherlich auch Maria Adolfsson, die mit ihrer Doggerland Reihe ein wirklich beachtliches Debüt vorlegt. Ungewöhnlich an der Reihe – Ullstein hat bislang drei Bände angekündigt – ist der Handlungsort: die fiktiven Doggerschen Inseln, die sich in der Nordsee zwischen Dänemark, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich befinden.

    In „Fehltritt“ stimmt schlicht und ergreifend alles: eine interessante Protagonistin, die weder Übermensch noch psychisch völlig am Ende ist, die ihre guten wie auch die weniger sympathischen Seiten hat, aber durch die Handlung hindurch menschlich und authentisch wirkt und zunehmend an Profil gewinnt. Ein Fall, der sehr lange offen bleibt und nur durch systematische und gute Polizeiarbeit gelöst wird und keinerlei Kommissar Zufall erfordert, der den Ermittlern mal eben aus der Patsche hilft. Die Handlung war für mich auch völlig ausgeglichen zwischen dem Privatleben der Figuren und der eigentlichen Krimihandlung, Karens Leben außerhalb des Reviers war perfekt dosiert, um sie als Figur greifbar zu machen aber nicht zu stark den Fokus vom eigentlichen Geschehen abzulenken. Der Schreibstil überzeugt ebenfalls, der Roman ist kein Psychothriller mit dauerhafter Anspannung am Anschlag, sondern ein solider Krimi, bei dem die Polizeiarbeit im Vordergrund steht.

    Für mich jedoch am beeindruckendsten war der Handlungsort: die Autorin hat eine fiktive Welt erschaffen, die jedoch durch und durch glaubwürdig und vorstellbar erscheint. Es ist nicht nur die Landschaft, die natürlich eine gewisse skandinavische Prägung aufweist und zu dem rauen Nordseeklima passt, sondern auch die Menschen, die als Siedler verschiedenste Einflüsse Dänemarks, Norwegens und Schwedens, aber auch der Niederlande aufweisen und die fiktive Sprache, die mit einigen Worten eingeworfen wird, so als Mischung herausbilden. Die Autorin hat Details erschaffen wie eine mystische Sage, die die Entstehung des Eilands begründet, wie auch Vorbehalte und Vorurteile zwischen den Bewohnern im Norden und im Süden. Zu keiner Sekunde hat man Zweifel daran, dass es diesen Ort real geben könnte.

    Auf die weiteren Fälle wird man leider in deutscher Übersetzung noch einige Zeit warten müssen – das ist aber auch der einzige Wermutstropfen.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Rinoa, 03.01.2019

    Am Morgen nach dem Oistra-Fest wacht Kommissarin Karen Eiken Hornby verkatert neben ihrem arroganten Chef Jounas Smeed in einem Hotelzimmer auf. Sie ist entsetzt und schämt sich: Wie konnte dieser Fehltritt nur passieren...?
    Als dann auch noch kurz nach ihrer „Flucht“ aus dem Hotelzimmer die Leiche von Smeeds Ex-Frau Susanne gefunden wird und klar ist, dass Karen die Ermittlungen übernehmen wird – da ihr Chef zu den Verdächtigen gehört –, wird alles noch komplizierter: Denn Karen braucht dringend ein (anderes) Alibi für Jounas, denn natürlich darf keiner erfahren, dass sie die Nacht mit ihm verbracht hat.

    Schauplatz des Krimidebüts von Maria Adolfsson ist Doggerland, eine Inselgruppe zwischen Großbritannien und Dänemark, die es eigentlich seit tausenden von Jahren nicht mehr gibt. Doch die Autorin macht die Insel wieder lebendig und das auf eine Art, dass ich am liebsten direkt an den Schauplatz des Geschehens gereist wäre. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie es auf Doggerland aussieht und die Kulisse passt hervorragend zu der Geschichte, die Karen Eiken Hornby langsam und mit Hartnäckigkeit aufdeckt.

    Ich bin ein großer Fan von skandinavischen Krimis und auf Doggerland hatte ich mich schon länger gefreut. Dementsprechend hoch lagen auch meine Erwartungen – und sie wurden sämtlich erfüllt. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen und überzeugt. Auch wenn die Autorin das Rad nicht unbedingt neu erfindet – Kommissarin mit persönlichen Problemen, muss sich gegen die männlichen Kollegen zur Wehr setzen – hebt es sich doch von der Masse ab, was sicher auch an der Insel selbst liegt.

    Karen Eiken Hornby als Hauptperson war mir auf Anhieb sympathisch, mit (nicht übertrieben dargestellten) menschlichen Schwächen, einer Vergangenheit und einem Gespür für Zusammenhänge, die auf den ersten Blick und für andere vielleicht nicht immer sichtbar sind.
    Auch der aufzuklärende Fall – der Mord an Susanne Smeed, die niemand auf Doggerland so recht leiden konnte – war für mich sehr stimmig. Von den Ermittlungen, über das Aufdecken einer lange zurückliegenden Lüge bis hin zum (für mich überraschenden) Ende, war alles nachvollziehbar und hatte Hand und Fuß.

    Ein sehr angenehm zu lesender Schreibstil und recht kurz angelegte Kapitel hielten die Spannung hoch und rundeten das Lesevergnügen ab.

    Nachdem Doggerland als Trilogie angelegt ist, freue ich mich schon sehr auf die weiteren beiden Teile. Von mir gibt es einstweilen eine klare Leseempfehlung für den ersten Band.

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    janein
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