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Eine Rose für Putin

Oder "Die unvollendeten Aufzeichnungen des Johann Stadt". Roman
 
 
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Ein ungeklärter Kindesraub 1985 in Görlitz? Eine Entführung außer Landes? Eigentlich nicht vorstellbar zu Zeiten streng bewachter Grenzen - es sei denn ...
Johann Stadt hat sich mit seinem Regisseur in ein uckermärkisches Landhaus zurückgezogen, um diesen...
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Ein ungeklärter Kindesraub 1985 in Görlitz? Eine Entführung außer Landes? Eigentlich nicht vorstellbar zu Zeiten streng bewachter Grenzen - es sei denn ...
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Kommentare zu "Eine Rose für Putin"
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  • 5 Sterne

    4 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Goldtime, 02.03.2015 bei Weltbild bewertet

    Geniales Mosaik!

    Am 7.7.1985 spielt Boris Becker gerade sein legendäres Finale, als auf dem Parkplatz vor einem Hotel in der Nähe von Görlitz das Unfassbare geschieht: ein kleines Mädchen, gerade mal ein Jahr alt, verschwindet spurlos aus dem Auto seines Vaters. Das Unheimliche an diesem Fall, der ganz Ostdeutschland beschäftigt: alle Spuren führen nach Russland - und verlieren sich dann im Nichts.
    Kommissar Alvart, der in der Sache "Rose" ermittelt, stösst an seine fachlichen und persönlichen Grenzen.

    20 Jahre später: der namhafte, etwas schrullige Regisseur M. und sein junger Drehbuchautor Jakob Stadt mieten sich in einen Landsitz inmitten der Uckermark ein, um einen Film über Roses Verschwinden zu schreiben. Dabei geschehen merkwürdige Dinge. arum taucht die Postbotin mehrfach am Tag auf? Werden M. und Jakob überwacht? Sind die Schüsse in der Nacht Realität - oder nur ein Hirngespinst? Steckt womöglich der KGB dahinter? Und warum hält M. auf einmal Putins Revolver in den Händen?

    M. beschließt, den Stoff aus Kosten- und Sicherheitsgründen in die Gegenwart zu verlegen. Johann schreibt die Geschichte komplett um. Seine Figuren werden immer lebendiger, die Vergangenheit rückt immer näher, bis Realität und Fiktion verschmelzen...

    Thomas Wendrich, geb. 1971 in Dresden, ist Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und freischaffender Schriftsteller. Seine Filme wurden mehrfach ausgezeichnet.


    Wendrichs Debutroman fand ich außergewöhnlich turbulent, temporeich, witzig, unheimlich, spannend, poetisch, leicht wahnsinnig - und einfach genial komponiert! Die Hauptfiguren sind mir beim Lesen richtig ans Herz gewachsen, allen voran die Russin Sveta, die um das Überleben ihrer kleinen Tochter kämpft, oder Jakob Stadt, der immer tiefer in eine unglaubliche Geschichte eintaucht. Oder der launenhafte Regisseur M., dessen zweiter Name "Erfolg" ist - so seine bescheidene Meinung!
    Das furiose Ende bringt einige düstere Geheimnisse aus Ost und West ans Licht und so mancher Abgrund tut sich auf.

    Fazit: ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis, eine gelungene Kombination aus Krimi, Politthriller, Poesie und Wahnsinn; schwer zu beschreiben - einfach selber lesen!

    5 von 5 Sternen für dieses Lesevergnügen der besonderen Art.

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    ja nein
  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Elisabeth Ullmann, 02.03.2015 bei Weltbild bewertet

    Ich muß sagen, dass das ein grandioses Werk von Thomas Wendrich ist. Hier wird Ostdeutschland und Rußland ineinander vermischt, Grentübertritte, Putin in Ostdeutschland, dann alsKommunalpolitker und jetzt Staatsoberhaupt. Das Buch ist nicht in Kapiteln unterteilt, sondern in Blätter, da es ja das Regiebuch für einen Film sein sollte. Wahre Begebenheiten, Einbildungen, Fiktionen, Träume, Wahnvorstellungen und der Leser weiß nicht bzw.soll selbst feststellen, was an der ganzen Geschichte dran ist. Der Autor schreibt flüssig, manchmal sogar protokollmäßig. Man kann sich die Situationen, das Grauen bei manchen Geschehnissen bildhaft vorstellen. Dies ist überhaupt kein oberflächliches Buch sondern hier ist ein gewisser Schwierigkeitsgrad in der Lektüre zu sehen. Es sind verschiedentliche Ereignisse, zwischen die hin-und hergewechselt wird. Der Einband hat mich sofort interessiert. Im Laufe des Lesens bin ich dann dahintergekommen (oder glaube es zumindest), dass dies das Mädchen auf dem Schokoladenpapier darstellen soll, das auf dem Boden des Waisenhauses gefunden wurd. Große Augen, rote Backen und propper. So gesund sind Rußlands Kinder.
    Am Anfang des Buches ist das Jahr 1985. Boris Becker spielt. Ein Vater hält mit seinem Trabi und schaut in einem kleinen Fernsehen mit vielen anderen Männern das Spiel an. Die kleine Rose läßt er hinten im Auto liegen. Als er zurückkommt, ist das Kind weg.
    20 Jahre später. In einem Spielzeugland läßt eine Mutter kurz den Kinderwagen stehen. Als sie zuückkommt, ist Marie nicht mehr da.
    Besteht da ein Zusammenhang. Da ist der junge Regisseur Johann, der mit seinem Chef M. in ein einsames Landhaus in Schlehendorf sich zurückzieht, um einen Film über die Kindesentführung zu machen. Aber dort in diesem einsamen Haus geschehen schreckliche Dinge, viel zu viel. Liegt es an dem vielen Alkoholgehalt der beiden Männer. Und dann wird bei ihnen die Pistole Putins gefunden aus seiner Militärzeit.
    Man kommt aus dem Denken nicht heraus und der Schluß ist etwas anders, als man sich vorstellen kann. Nach der Lektüre wird es so manches zu überdenken geben. Man kann sich so ein wenig in die Ost-Westsituation hineindenken. Wer ansprsuchsvolle Bücher liebt, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Die 5 Sterne dafür sind mehr als berechtigt

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