Claudia Cardinale

Vom namenlosen Rächer Charles Bronson und vom romantischen Banditen Jason Robards beschützt und vom Killer Henry Fonda ins Bett gelockt, wurde Claudia Cardinale als Prostituierte und Farmersfrau in Sergio Leones "König der Western", in "Spiel mir das Lied vom Tod", 1969 zur Urmutter Amerikas. Ihre strahlende Schönheit und ihre sinnliche Ausstrahlung machten "CC", die 1939 in La Goulette bei Tunis geboren wurde, zu einem der italienischen Filmstars, die wie Sophia Loren oder Gina Lollobrigida auch international reüssierten, weil sie sich mit wachsender Reife dramatischen und komischen Rollen gleichermaßen gewachsen zeigten und schnell über den Status des "Kurven-Stars" hinausgelangten.

Cardinale drehte für Fellini ("8 1/2") und Visconti in "Der Leopard", wo sie die Bürgermeistertochter war, die mit Burt Lancaster und Alain Delon in der Maßstäbe setzenden Ballsequenz tanzt, und in dessen "Sandra", wo sie eine dem Leben entfremdete junge Frau spielte. Sie war Jean-Paul Belmondos Banditenbraut in "Cartouche", die Prinzessin in "Der rosarote Panther" und die entführte Frau in dem Western "Die gefürchteten Vier". In den 70er- und 80er-Jahren trat sie vermehrt in internationalen Produktionen auf, unter anderem in Werner Herzogs Amazonas-Ballade "Fitzcarraldo" an der Seite von Klaus Kinski. Cardinales einen fröhlichen Optimismus ausstrahlende Erscheinung ist eine der erfreulichsten im Weltkino. Für das Fernsehen zeigte sie in "La Storia" als vergewaltigte Frau, die ihren Sohn durch Krieg und Nachkriegszeit bringt, ihre beste Leistung.

Cardinale war mit dem Produzenten Franco Cristaldi, der sie auf den Filmfestspielen von Venedig gesehen hatte und sie zu einer italienischen Bardot machen wollte, und mit dem Regisseur Pasquale Squitieri verheiratet, für den sie einige Mafia-Filme ("Der eiserne Präfekt") drehte. Der tunesische Film "Ein Sommer in La Goulette" (1996) spielt mit dem Mythos der in Tunesien geborenen und dort außerordentlich beliebten Schauspielerin.

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