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Peter Ustinov

Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zu Kindern - nicht einmal als Kind. So hörte sich ein typisches Ustinov-Bonmot an - in diesem Falle eine glatte Lüge. Bis zu seinem Tod setzte er sich über 30 Jahre als Botschafter von UNICEF und als Stiftungsgründer weltweit für Kinder ein. Und blieb dabei auch selbst immer irgendwie Kind. In vielen seiner Filme ist das spürbar.

Ganz früh schon in Quo Vadis, wenn er als Nero wie ein verzogenes Balg, das plötzlich ein anderes Spielzeug will, Rom in Schutt und Asche legt. Ganz aktuell aber auch in Luther, wo er als Kurfürst Friedrich der Weise den großen Reformator unterstützt, um sich gegenüber seinen Übervätern - Kaiser und Papst - bockig und renitent zu geben.

Sir Ladykiller

Kinder, die einzige Form der Unsterblichkeit, der wir uns sicher sein können, hatte Ustinov auch selbst. Eine Tochter aus erster Ehe, zwei Töchter und einen Sohn aus der zweiten Ehe mit der kanadischen Schauspielerin Suzanne Cloutier. Sie machte erstmals Schlagzeilen als Desdemona in Orson Welles' Othello und letztmals, als sie nach 17 Jahren Ehe zwar nicht das Leben, aber nach bitterem Scheidungskrieg das Sorgerecht für ihre Kinder verlor. Ein Jahr später fand Ustinov in der Französin Helene du Lau d'Allemans schließlich die Frau seines Lebens, mit der er 31 Jahren glücklich verheiratet war.

Einen Mini-Harem wie diesen hätten ihm wohl nur wenige zugetraut, schließlich hatte sich Ustinov im Kino nicht unbedingt als Liebhaber profiliert. Viel besser standen ihm eitle, egozentrische und damit eigentlich beziehungsunfähige Charaktere zu Gesicht. Vor allem natürlich Meisterdetektiv Hercule Poirot in den Agatha Christie-Filmen Tod auf dem Nil oder Das Böse unter der Sonne.

Dubioser Damen-Dealer

Auf Zelluloid war Ustinov oft der Gegenentwurf zum Familienmenschen: ein notorischer Einzelgänger mit dubiosen Einnahmequellen. Wie etwa als Sklavenhändler in Spartacus oder Ashanti, wo er Top-Model Beverly Johnson an Omar Sharif verkaufen wollte. Sympathiereste bewahrte er sich auch in solchen Rollen - gerade auch als Gauner in Wir sind keine Engel oder Topkapi.

Fast hätte die Welt den feingeistigen Satiriker auch als Berufstrottel erleben können, denn Ustinov war erste Wahl für die Figur des Inspektor Clouseau, die nach seinem Ausstieg Peter Sellers in die Popkultur einführte. Obwohl mit zwei Oscars als bester Nebendarsteller für Spartacus und Tokapi ausgezeichnet, war Schauspieler nur eine von vielen Rollen, die das Multitalent in seinem Leben ausfüllte.

Wozu studieren?

Mit 17 Jahren stand er erstmals auf der Bühne, mit 18 schrieb er seinen ersten veröffentlichten Sketch, mit 23 sein erstes Drehbuch - eine Adaption eines Romans von Eric Ambler für Carol Reeds Kriegsdrama The Way Ahead. Zwei Jahre später inszenierte er schließlich mit School for Secrets seinen ersten Spielfilm, dem sieben weitere Regiearbeiten folgen sollten, darunter seine beste Die Verdammten der Meere - eine beeindruckende Verfilmung von Herman Melvilles Roman Billy Budd.

Daneben fand Ustinov Zeit, Autobiographien (Ach du meine Güte, Ich und ich), Romane, Erzählungen, Essays und mehrere Theaterstücke zu schreiben, darunter die Kalter Krieg-Satire Romanoff und Julia, die er 1961 auch fürs Kino adaptierte. Überraschend dabei ist, dass diese geballte intellektuelle Potenz selbst nie den Weg in eine Universität fand, obwohl Ustinov viele Jahre Kanzler einer solchen war (Durham University).

Gegen den Strom

Hier zeigte sich seine Abneigung gegenüber Autoritäten und Institutionen, die ihn vorzeitig auch aus seiner Londoner Eliteschule Westminster flüchten ließ. Seine erste Filmrolle war, wie vielleicht seine berühmteste, ein Brandstifter: Ohne Dialog spielte er 1939 im englischen Dokumentarfilm Mein Kampf - My Crimes Marinus van der Lubbe, den Mann also, der den Reichstag in Brand gesetzt haben soll.

Die Nazis hatte auch Ustinov zu fürchten, schließlich war er ein ethnischer Molotowcocktail. Sein Vater war deutscher Staatsbürger mit russischen Vorfahren, seine Mutter brachte italienische, französische, ja sogar äthiopische Gene ein, und Ustinov selbst hatte seinen deutschen Pass 1936 zurückgegeben.

Weltenbummler

Obwohl in London geboren und in Schwäbisch Gmünd getauft, blieb Ustinov ein Leben lang Kosmopolit aus Überzeugung. Ein Mann, der die Erde bereist hatte, aber keine Heimat kannte. Der in Indien Ohrenzeuge der Ermordung Indira Gandhis und in der ganzen Welt Augenzeuge von Not und Armut wurde. Ustinov hat hingesehen, wo sich viele abwandten, und aktive Hilfe geleistet.

Ein Ritter also, der sich als Entertainer tarnte und seinen Alterssitz am Genfer See gefunden hatte, wo er im erfüllten Alter von 82 Jahren auch friedlich entschlief. In der Schweiz, dem einzigen Land, in dem die Ladenbesitzer sich einander im Preis überbieten.

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